“ingnun mo tanan, amigo!” Die Existenz dieses weisen Satzes in unserem geringen philippinischen Wortschatz laesst darauf schliessen, dass wir hier nicht nur sonnige Tage genossen, sondern auch die ein oder andere lange Nacht hatten. Er bedeutet so viel wie: Trink es aus mein Freund!
Vor drei Wochen kehrten wir Indien und Nepal den Ruecken zu und stiegen in Delhi in eine Maschine nach Manila, wo wir von Manu’s Onkel Georg mit offenen Armen empfangen wurden. Sein traumhaftes Heim in einem Vorort Manilas bot uns familiaere Gesellschaft (Christina, Thorsten und Kinder waren auch da) und einen 1A Rundumservice. Es war die perfekte Oase um unsere Reiseakkus wieder aufzuladen und diente ausserdem als Basislager fuer Erkundungszuege nach Manila und unsere zwei intranationalen Expeditionen:
1. Las Cordilleras
Die zwei mal sechsstuendige Busfahrt gen Norden konnte uns aufgrund unzaehliger indischer Trainingseinheiten GARnichts. Unser Ziel war das kleine Gebirgsdorf Sagada, das mit einigen umliegenden Hoehlen und gespenstischen haengenden Saergen der Eingborenen Touristen anlockt. Wir konnten es mal wieder nicht lassen und entschieden uns zuerst den hoechsten Berg der Umgebung (2300m) zu besteigen, wofuer wir einen Fuehrer anheuerten. Wir fragen uns noch immer was da in seinen Zigeretten war, denn beim Abstieg verirrte er sich mehrmals. Als er zum dritten Mal planlos im Busch verschwand, vertrauten wir unserem Instinkt und fanden problemlos den Weg alleine zurueck. Die Hoehlen boten uns eine riesen Klettergaudi und faszinierten mit bizarren, unterirdischen Wasserlaeufen. Am naechsten Tag ging es per Jeepney (typisches philipinisches Fortbewegungsmittel, eine Mischung aus Bus und Jeep) weiter nach Banaue. Dort bestaunten wir die ueber 2000 Jahre alten, steil angelegten Reisterassen bei einem langen Spaziergang und sicherten uns anschliessend souveraen die zwei letzten Plaetze im Nachtbus nach Manila. Wir kamen um 4 Uhr morgens an und entflohen den uns umgarnenden, leichten Damen in einem Bus richtung Sueden zu dem einzigartigen Tal Volcano, einem Kratersee mit einer Kraterinsel mit Kratersee mit Insel (siehe Bild). Wieder zurueck im Basislager feierten wir am naechsten Tag alle zusammen Ostern.
- Hoehle von Sagada
- Reisterassen bei Banaue
- Tal Volcano
- Tarsier Affe
- Sonnenuntergang auf der Faehre nach Negros
- Sonnenbaden
- Sonnenuntergang in Boracay
- Party bei den Nachbarn
2. Las Vasayas
Am Ostermontag flogen wir nach Cebu, der Startpunkt unserer Roro-Tour (Roll On Roll Off) ueber die vasayanischen Inseln. Die erste Haltestelle war Bohol, die Heimat der kleinen Tarsier Affen und der Chocolate Hills, kegelfoermige, ca. 50m hohe Grasheugel, die aus dem Buschwald hervorstechen. Die zwei Abende dort verbrachten wir in zuenftiger Gesellschaft von netten Fischern und einer Karaokemaschine. Zurueck auf Cebu besichtigten wir auf dem Weg vom Hafen zum Busbahnhof die historische Stadt, in der Magellan bei einer Schlacht gegen Eingeborene fiel. Anschliessend durchquerten wir Cebu Island und stiessen bei Sonnenuntergang auf einer Faehre nach Negros in See. Am naechsten Tag durchquerten wir die Insel und erreichten mittags Bacolod, wo wir von Luis, einem Verwandten Onkel Georgs, herzlich aufgenommen wurden und einen entspannten Nachmittag genossen. Von dort aus ging es mit dem Boot nach Ilo Ilo, von wo aus wir den Bus nach Caticlan laengs durch die Insel Panay nahmen. Nun trennten uns nur noch 15min Bootsfahrt von der Trauminsel Boracay.
Im Boot lernten wir Allen kennen, der uns sogleich half ein fuer uns perfektes, billiges Haus mit eigener Kueche zu finden und uns fuer den naechsten Tag auf eine Fiesta in seinem Heim einlud. Da von 11 bis 5 Uhr leckeres Essen aufgetischt wurde, von Fruehlingsrollen bis Schweinebauch, mussten wir bis an die Grenze unseres bereits gut trainierten Magenvolumens gehen, was uns natuerlich furchtbar schwer fiel. Abends machten wir bei einer Flasche Rum Bekanntschaft mit unseren Nachbarn, 8 Philippinos in unserem Alter, die in der Saison zum Arbeiten auf Boracay kommen. Wir besiegelten die Freundschaft bei gemeinsamen Karaokespass und anschliessendem Discodance. Tags darauf zeigte uns Allen mit seinem Tricycle (Motorrad mit Beiwagen, dient als Minitaxi) die Insel mit ihren abgelegenen Straenden und ihrem hoechsten Punkt. Nach einer anstrengenden Runde Basketball, begeisterten wir alle mit selbstgemachter Spaghetti Bolognese. Nach 3 Naechten mussten wir aus unserem Haus ausziehen, wurden jedoch herzlich von unseren Nachbarn aufgenommen und teilten uns so zu zehnt 2 Schlafzimmer. Als Gegenleistung luden wir sie zu einer 4-stuendigen Schnorcheltour mit Barbecue ein. Der finale Abend begann, wie alle vorherigen, mit der Nummer 1 (eine Flasche Tanduay Rum), ging ueber in „Reise nach Jerusalem“, fand seinen Hoehepunkt im Discolicht und endete betrunken unter Palmen beim Sonnenaufgang. Ohne Schlaf traten wir die 14-stuendige Rueckreise (3mal Faehre, 2mal Bus) zum Basislager an, wo wir wie tot ins Bett fielen.
Nach einem Erholungstag packten wir unsere Sachen und erhoben uns wieder in die Luefte mit Kurs auf Hong Kong.
Da wir so lange nichts mehr geschrieben haben, denkt ihr vielleicht wir sind faul geworden, und wisst ihr was: Ihr habt recht! Die gesunde philippinische Faulheit hat uns angesteckt.
Viele Gruesse aus dem wieder kaelteren Hongkong!
mAxMaNu






































































































